Bild zeigt einen Jungen bei einer Einschulungsuntersuchung

Einschulungsuntersuchung bei Kindern

Besuchen die Kleinen das letzte Jahr im Kindergarten, so kommt das Thema Schule immer näher. Die viel diskutierte Einschulungsuntersuchung steht im Raum. Es tauchen neue Fragen auf.

Eltern möchten für ihre Kinder nur das Beste und fragen sich:

  • Welche Schule ist die richtige? 
  • Was sollte mein Kind können, damit es eingeschult werden kann? 
  • Ist mein Kind überhaupt schon so weit?
  • Ob es in der Schule ruhig sitzen bleiben kann?

In diesem Beitrag möchte ich dir einige Antworten bieten. 

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Entwicklungsgespräche im Kindergarten geben Hinweise

Einen ersten Anhaltspunkt können Gespräche mit den Erzieherinnen und Erziehern aus dem Kindergarten liefern. Auch die Kinderärztin bzw. der Kinderarzt kann Ansprechperson sein.

Bedenke bitte: Schulfähigkeit ist mehr als Schulreife. Du hast Zweifel, ob Schule zum geplanten Zeitpunkt eine Überforderung für dein Kind wäre? Du kannst dein Kind in dem Jahr vor der Einschulung durch gezielte Aktivitäten unterstützen, Erfahrungen mit bestimmten Themen zu machen. Auch anhand der Einschulungsuntersuchung erhaltet ihr Tipps, ob es noch Bereiche gibt, denen ihr euch im Alltag etwas ausführlicher widmen solltet.

Wie genau, das erkläre ich in meinem Onlinekurs „Fit für die Schule – Vorschule online“. Wichtig ist mir dabei, dass nicht an Kindern gezogen wird, denn: Das Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht. Wichtig ist aber, dem Gras gute Umgebungsfaktoren zu bieten – und darum soll es in meinen Kursen gehen. 

Häufig kann man schon mit kleinen Mitteln dafür sorgen, dass ihr bestimmte Entwicklungsbereiche etwas genauer in Augenschein nehmt und diese spielerisch und alltagsorientiert fördert.

Und dann steht er an: Der Termin zur Einschulungsuntersuchung. Hier bekommt ihr Rückmeldungen darüber, ob dein Kind gute Basiskompetenzen mitbringt, um im nächsten Sommer eingeschult zu werden oder ob es Sinn macht, euer Kind ein weiteres Jahr im Kindergarten zu lassen, damit es nicht in der ersten Klasse überfordert ist.

Bild zeigt ein Kind in Bauchlage, das malt
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Die Einschulungsuntersuchung wird von Eltern oft als Test gesehen

Gerade sind die Kleinen noch mit der Windel über den Fußboden gerutscht oder haben die Tapete im Flur angemalt und schon sollen sie Buchstaben und Zahlen lernen. Viele Eltern sind mit der Situation überfordert – vor allem, wenn es das erste Kind ist.

Entsprechend hoch ist der Druck und dieser wird – bewusst oder nicht – an das Kind weitergegeben.

Was passiert, wenn das Kind es „nicht schafft“? Gedanken, die ich auch als Mutter kenne.

Doch keine Sorge: Die Einschulungsuntersuchung dient nicht einer Bewertung, ob du ein gutes oder schlechtes Kind hast.  Sie soll euch weitere Orientierungspunkte bieten, um besser einschätzen zu können, wo dein Kind bzgl. der Lernvoraussetzungen steht. Denn nur so könnt ihr euch auf die Suche nach sinnvollen Unterstützungsangeboten machen. 

Natürlich solltet ihr den Termin ernst nehmen. Begreift ihn aber eher als Hilfe. Der Arzt oder die Ärztin wissen, welche Anforderungen auf dein Kind zukommen und wird euch ein Stück weit beraten, wenn es einfach noch Dinge gibt, die den Schulstart verbessern können.

Warum ist die Einschulungsuntersuchung wichtig?

Bei dieser Untersuchung soll festgestellt werden, ob dein Kind in seiner Entwicklung bereits all das mit sich bringt, was unter anderem für die „Schulfähigkeit“ benötigt wird. 

Früher sprach man noch von der sogenannten „Schulreife“ – aber dieser Begriff und das Verständnis von kindlicher Entwicklung, das damit zusammenhängt, ist bereits seit Ende der 60er-Jahre überholt. 

Unter Schulfähigkeit verstehe ich die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind an der ausgesuchten Schule zurechtkommt. 

Der Entwicklungsstand des Kindes spielt dabei eine Rolle, jedoch nicht die einzige. Genaueres hierzu erkläre ich u.a. in meinem Webinar „Schulfähigkeit – was ist das“. Du kannst dich auf meiner Homepage erkundigen, wann die nächsten Termine stattfinden. 

Die Einschulungsuntersuchung kann bei der Klärung der Frage nach der Schulfähigkeit noch mal hilfreiche Hinweise geben.  Es wird überprüft, ob dein Kind in irgendeinem Bereich eine Förderung oder besondere Unterstützung benötigt.

Beim Einschulungstest werden die MitarbeiterInnen des Gesundheitsamtes ein paar kleine körperliche Untersuchungen durchführen, bei denen auch die motorische Entwicklung überprüft wird. Es soll sichergestellt werden, dass dein Kind einen guten Start in die Schule bekommt und zudem die Entwicklung richtig gefördert wird.

Bei der Einschulungsuntersuchung werden auch noch zahlreiche andere Tests durchgeführt.

Hierzu zählen beispielsweise ein Hör- und Sehtest.

Dein Kind wird zudem auf sein Gewicht hin geprüft, ob dieses im Einklang zu seiner Körpergröße steht. Auch die Auffassungsgabe und die Konzentrationsfähigkeit deines Kindes werden überprüft.

Ganz nebenbei beobachten die MitarbeiterInnen, ob dein Kind mit bisher unbekannten Menschen interagiert, ob es Fragen versteht und diese beantworten kann.

Auch soziale Aspekte werden begutachtet. Wie kommt dein Kind mit anderen zurecht?

Gehört die Einschulungsuntersuchung zu einem Pflichtprogramm?

Eltern kennen ihr Kind natürlich am allerbesten und wissen in den meisten Fällen, was gut für dieses ist und wo seine Entwicklung hinsichtlich der Einschulung steht. Einige Eltern sind davon überzeugt, dass ihr Kind die Schule mit links schaffen wird, andere Eltern sind sich da noch nicht ganz so sicher. Gehört die Einschulungsuntersuchung zur Pflicht? Muss die Schulfähigkeit bei jedem Kind geprüft werden? Kann man auf den Einschulungstest nicht einfach verzichten?

Nein.

Vor der Schuluntersuchung kann sich niemand drücken, diese ist Pflicht. Je nach Bundesland unterscheidet sich jedoch der Ablauf.

Bild zeigt Jungen, der 4 Finger zeigt

Die Hintergründe zu Muss- und Kann-Kindern – und was sie bedeuten

Immer wieder hört man von Musskindern und Kannkindern, doch was ist eigentlich der Unterschied und zu welcher Kategorie gehört mein Kind? Es gibt den sogenannten Stichtag. Wann genau der Stichtag ist, ist von Bundesland zu Bundesland sehr verschieden. In Hessen ist es etwa der 30. Juni, in Bayern und Baden-Württemberg der 30. September.

In vielen Bundesländern gibt es für Kinder, die zum Stichtag noch keine 6 Jahre alt sind, die „Kann-Kinder“ oder „Karenzzeit-Kinder“ – Regelung. Wird das Kind nach dem Stichtag, aber spätestens am 31.12 des Einschulungsjahres 6 Jahre, kann es unter bestimmten Voraussetzungen eingeschult werden.

Auch diese Kinder können, meist auf Wunsch der Eltern, zur Einschulungsuntersuchung gehen. Wird hier festgestellt, dass das Kind voraussichtlich schulfähig (früher: schulreif) ist, kannst du es einschulen lassen. Wird dies nicht festgestellt, dann geht das Kind ein weiteres Jahr in den Kindergarten oder besucht eine spezielle Vorschulklasse (in manchen Bundesländern auch: Grundschulförderklasse).

 

Wann findet die Schuluntersuchung statt?

Die Schulfähigkeit (früher: Schulreife) deines Kindes wird immer im Vorschuljahr getestet. Hierbei handelt es sich um das letzte Kindergartenjahr. In den meisten Fällen werden die Eltern per Post von dem zuständigen Gesundheits- oder Schulamt informiert, wann die Einschulungsuntersuchung stattfinden soll. Dieser Einladung solltest du unbedingt mit deinem Kind nachkommen.

Viele Eltern denken oftmals, dass die U9- Untersuchung beim Kinderarzt bzw bei der Kinderärztin die Schuleingangsuntersuchung ersetzt, doch dies ist nicht der Fall. Diese Früherkennungsuntersuchung U9 sollte bereits vor der Einschulungsuntersuchung stattgefunden haben.

Diese Unterlagen solltest du zur Einschulungsuntersuchung mitbringen

Zum Einschulungstest im Gesundheitsamt solltest du einige Dokumente mitbringen, denn so kann dein Kind besser eingeschätzt werden. Hierzu zählen das gelbe Untersuchungsheft, der Impfpass und der Fragebogen, welcher dir vorab zugeschickt wurde. Solltest du noch weitere Unterlagen parat haben, wie beispielsweise von einer Ergotherapie, dem Kindergarten oder anderen Einrichtungen, bringe sie einfach mit. Der Arzt bzw. die Ärztin vor Ort entscheidet dann, was er benötigt und was nicht. 

Bild zeigt 6 Kinder auf dem Rücken liegend und lachend

Was wird bei der Einschulungsuntersuchung gemacht?

Der Ablauf und auch der Inhalt der Einschulungsuntersuchung sind nicht fest vorgeschrieben. Dieser Ablauf kann immer variieren, vor allem zwischen den Bundesländern. Die Fähigkeiten, welche bei deinem Kind abgefragt werden, ähneln sich in den Grundzügen aber. Es werden auf jeden Fall immer die körperlichen und geistigen Anforderungen Augenschein genommen.

Geistige Anforderungen bei der Schuleingangsuntersuchung

  • Formen und Farben benennen können
  • mindestens bis zehn zählen können
  • unterschiedliche Bilder erkennen können
  • ein Bild nach einer Vorlage malen können
  • den eigenen Namen schreiben können

Körperliche Anforderungen bei der Schuleingangsuntersuchung 

  • Hüpfen könnenauf einem Bein
  • Rückwärtslaufen
  • gerade auf einer Linie laufen können
  • das Gleichgewicht auf nur einem Bein halten können
  • ein Seh- und Hörtest 

Du merkst, dass dein Kind noch Unterstützung braucht?

Die Einschulungsuntersuchung klingt zu Anfang sicherlich stressig und vielleicht auch ein bisschen nervenaufreibend. Doch es ist absolut nicht nötig, dass du hier in Panik verfällst.

Leidet dein Kind unter einer chronischen Krankheit oder einer Behinderung, ist oftmals eine besondere schulische Unterstützung erforderlich. Hier besteht die Möglichkeit, dein Kind inklusiv zu beschulen und durch personelle Unterstützung von Schulassistenten (auch Inklusionshelfer, Schulbegleiter, Integrationshilfen genannt) die Benachteiligungen auszugleichen. 

Was tun bei Angst vor der Untersuchung?

Eltern haben es heute wirklich schwerer als noch vor zwanzig Jahren. Der Druck wird scheinbar größer und die Angst, dass das eigene Kind „versagen“ könnte, ist bei vielen groß. Auch Kinder entwickeln teilweise Ängste, denn sie spüren sehr deutlich, dass da was „Großes“ auf euch zukommt. Meist sind diese Ängste jedoch völlig unberechtigt.

Mein Rat an dich: Macht euch keinen Stress! Feiert den Tag als Meilenstein, baue keinen Druck auf und rede mit deinem Kind vor dem Termin.

Erzähle ganz entspannt, worum es in der Untersuchung geht, welche Übungen gemacht werden und wie der Termin vermutlich ablaufen wird – soweit du es selbst schon weißt. So nimmst du deinem Kind und auch dir eventuelle Ängste und es kann sich besser darauf vorbereiten.

Die Einschulungsuntersuchung ist nichts Dramatisches und sollte mit der nötigen Gelassenheit angegangen werden. Schenke deinem Kind Vertrauen und sprich gegebenenfalls mit der Bezugserzieherin in eurem Kindergarten. Dies kann – weil sie den Vergleich hat – einschätzen, ob es noch Bereiche gibt, an denen ihr vorher spielerisch arbeiten könnt. Dann seid ihr ideal vorbereitet.

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